Test: Wolle und Seide färben mit Farben von Behawe.com – Teil 2

In Teil 1 ist beschrieben, was dieser Test bezweckt. Nun kommen wir zum 2. Teil – hier geht es ans Färben.

Ich möchte gleich zu Beginn dieses Beitrags anmerken, dass ich hier viel mehr Essig verwende als es vermutlich nötig wäre. Dies aus dem einfachen Grund, weil ich bei evtl. schlechten Resultaten nicht wer-weissen möchte, ob es vielleicht an der Menge Säure liegt. Und die am Schluss nicht benötigten Farb-Essig-Mischungen werde ich zwecks späterer Verwendung einfrieren - so werden weder Essig noch Farben verschwendet.

Vorbereitung

Da ich 11 Farben testen werde, benötige ich pro Garn 11 Stücke. Ich schneide also die Garne in je ca. 3 Meter lange Stücke. Nach dem Färben werden die Stücke dann nochmals in 3 Teile geschnitten, es bleibt also am Schluss pro Testfaden rund 1 Meter – das müsste ausreichen, um später die Vergleiche anstellen zu können.

Beizen

Nachdem die Woll- und Seidengarne also in die benötigten Teile getrennt sind, werden sie gebeizt. Durch das Beizen der Garne werden die Fasern aufgeraut und damit optimal vorbereitet für den späteren Färbevorgang.

Für den heutigen Test sieht die Beize wie folgt aus: 5 dl Wasser und 1 dl Essig – ich verwende dazu ganz normalen Speiseessig mit 45 Gramm Essigsäure pro Liter.  In diese Beize gebe ich nun erst mal 4 der 11 Garn-Pärchen (4 x Merinowolle und 4 x Seidengarn). Die Fäden drücke ich 1-2 Minuten unter Wasser etwas aus, bis sie von selbst unter Wasser bleiben. In der Beize bleiben die Fäden nun für 1 Stunde.

Während dieser Wartestunde bereite ich schon mal die Beschriftungskärtchen vor, mit denen am Schluss die Testfäden gekennzeichnet werden. Da die Wolle und die Seide gut voneinander unterschieden werden können, benötige ich nur 33 Kärtchen – würde ich 2 ähnliche Fäden färben, bräuchte ich 66 Fäden, damit auch noch die Sorten voneinander unterschieden werden könnten.

Färben

Dann rühre ich schon mal die ersten 4 Farben an - in 2 dl warmem Wasser rühre ich 1 ml Farbpulver kräftig ein - 1 ml ist so in etwa das, was man beim Kochen als "eine Messerspitze" bezeichnet. Da ich ja zum Teil recht ähnliche Farben testen werde (z.B. verschieden Gelb- und verschiedene Grüntöne), nehme ich pro Färbevorgang je einen Farbton. Im ersten Färbevorgang sind dies die Farben Lumi-Green, Blau, Brillantrosa und Maigrün.

Dann bereite ich noch 4 Teile Frischhaltefolie vor sowie eine mikrowellentaugliche Plastikschüssel und eine kleine Schüssel, in der ich nachher die Päckchen vorbereiten kann.

Nach einer Stunde nehme ich die 4 Garn-Pärchen aus der Beize und drücke sie sorgfältig und gründlich zwischen Haushaltpapier aus - sie sollen nur noch leicht feucht sein und nicht nass. In die angerührten Farben gebe ich pro Glas 1 dl Essig dazu und rühre die Färbeflüssigkeit nun nochmals gründlich durch, dann gebe ich in jedes Glas ein Fadenpärchen. Dort drin bleiben sie erst mal für rund 10 Minuten.

In der Zwischenzeit bereite ich neue Beize zu und beize darin die nächsten 4 Fadenpärchen, wieder eine Stunde lang.

Farbe fixieren

Nach 10 Minuten nehme ich ein Fadenpärchen nach dem anderen aus dem Farbglas, lege es in eine Frischhaltefolie und gebe noch ca. 4 EL der Farbmischung zusätzlich dazu. Dann wickle ich die Folie zu kleinen Päckchen und lege diese in das Mikrowellengeschirr. Wenn alle 4 Päckchen bereit sind geht’s ab in die Mikrowelle, und zwar 4 Mal für 3.5 Minuten bei 650 Watt mit jeweils 4 bis 5 Minuten Pause.

Danach nehme ich die Päckchen aus der Mikrowelle und lasse sie vollständig abkühlen – damit ich später noch weiss, in welchem Päckchen welche Farbe ist, reihe ich sie neben der Spüle in der Reihenfolge auf, in welcher ich sie gefärbt habe.

Nun rühre ich die Farben für den zweiten Färbevorgang an – es sind dies Gelb, Blüten-Orange, Blau-Grün und Violett. Nachdem das zweite 4er-Grüppchen Garne eine Stunde in der Beize geruht hat, fahre ich fort wie oben unter Färben beschrieben. Das Ganze wiederhole ich dann noch ein drittes und letztes Mal mit den Farben Rosenrot, Fichtennadelgrün und Gelb extra.

Am Schluss sind dann alle 11 Päckchen schön der Reihe nach neben meiner Spüle aufgereiht:

 

Nachbehandeln

Nach rund 4 Stunden habe ich nun also 11 vollständig abgekühlte Päckchen mit gefärbten Fäden. D.h., es geht jetzt langsam an die eher etwas langweilige Arbeit: Spülen, spülen, spülen, bis das Wasser klar bleibt.

Um ganz sicher zu gehen, dass die Farben vollständig ausgespült sind, gebe ich nach dem gründlichen Spülen jedes Garn-Pärchen noch einzeln in einen kleinen Topf mit handwarmem Wasser und lasse dieses langsam aufkochen. Dann wieder abkühlen lassen und nochmals gründlich spülen. Und zu guter Letzt werden die Fäden dann noch in einer Shampoo-Wasserlösung gewaschen, nochmals gespült und dann endlich zum Trocknen aufgehängt.

Ufff – geschafft! Das war ein langwieriges und teilweise recht eintöniges Unterfangen, vor allem das Spülen. Aber wenn ich nun meine Fäden hier so schön aufgereiht sehe, finde ich doch: Es hat sich gelohnt!

Wenn ich mit diesem Test euer Interesse geweckt habe: hier geht es zu Teil 3 dieses Tests, wo wir schon mal sehen, wie welche Farbe auf dem Garn aussieht.

Habt ihr Anregungen, Hinweise, Fragen oder sonstige Anmerkungen zu diesem Beitrag? Dann nutzt doch die Kommentarfunktion unten - ich freu mich darauf!

Herzlichst, eure

Brigitte

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