Peperoncini, Paprika, Chili & Co – die kleinen Scharfen und die grossen Süssen

Peperoncini und Peperoni sind ja zusammen mit gewissen Kräutern meine absoluten Lieblinge für den Balkon! Und wenn man sich nicht völlig ungeschickt anstellt oder der Sommer einem einen absoluten Strich durch die Rechnung zieht, kann man reichlich davon ernten. Je früher man sie sät, umso eher kann man reife Früchte pflücken.

Es gibt unzählige verschiedene Sorten - von scharf über mild bis süsslich, in Gelb, Orange und Rot bis hin zu Violett und Weiss. Grün sind sie in unreifem Zustand, jedoch sind sie auch da schon durchaus geniessbar. Allerdings entwickelt sich das Capsaicin, welches für die Schärfe zuständig ist, erst mit zunehmender Reife. Wer also die scharfen Früchte möchte, geduldet sich mit der Ernte bis zur Reife. Übrigens sollte sich auch gedulden, wer die Früchte zum Gewinnen von Samen ernten möchte - die Samen aus unreifen Früchten taugen nämlich nicht zum Säen. Manche Quellen unterscheiden zwischen Paprika, Peperncini & Perperoni sowie Chili. Ich bin zwar keine Botanikerin, und kann daher nur Vermutungen anstellen. Zwar gibt es sehr wohl die unterschiedlichen Schärfe-Grade, Formen und Farben, jedoch gibt es bei den Chilis mildere und schärfere und dasselbe lässt sich über Peperoncini sagen. Ich denke, dass einzig die Herkunft die unterschiedliche Bezeichnung liefert, denn in der Pflege habe ich noch keine merkbaren Unterschiede ausmachen können. Was aber eindeutig nicht dasselbe ist, ist Pfeffer!

Im Garten-Fachhandel können schon vorgezogene Peperoni und Peperoncini-Pflanzen gekauft werden - diese tragen zum Teil bereits fast reife Früchte. Dies hat natürlich gewisse Vorteile: Einerseits muss man sich nicht die Mühe machen, sie vorzuziehen, und andererseits weiss man schon mal, was man bekommt. Ich möchte hier jedoch auf die Variante eingehen, die Pflanzen selbst anzusäen - schliesslich hab ich persönlich nur mit wenigen, selbst-gesäten Pflanzen Glück, und die Peperoncini und Peperoni gehören definitiv dazu, also wenn schon, denn schon.

Zur Pflege von Peperoncini, Peperoni & Co.

Was man allgemeinhin hört ist: Sie brauchen viel Licht, ausreichend Wasser und Wärme, mögen keine nassen Blätter und keinen Durchzug. Das stimmt auch alles - ABER: Bevor ich versucht habe, den idealen Standort auf meinem Balkon zu finden, hatte ich keinerlei Probleme mit Schädlingen. Als ich dann gelesen habe, dass sie Regen und Wind nicht mögen, stellte ich sie also an einen möglichst warmen Ort, geschützt vor Wind und Regen - und ich erlebte eine richtiggehende Blattlausinvasion! Zwar ging ich davon aus, dass dies vielleicht halt ein schlechtes Jahr war, und platzierte sie im Folgejahr am selben Standort - und nochmals: Meine Peperoncini waren voller Blattläuse. Ich denke, dieser geschützte Standort war ZU warm und ZU geschützt vor Wind und Wetter, und vielleicht auch für die natürlichen Feinde der Blattläuse, die Marienkäfer. Denn ich sah damals nicht einen Marienkäfer, obwohl dies ja das reinste Festmahl für diese Nützlinge gewesen wäre. Seither platziere ich meine Peperoncini & Peperoni wieder so, dass sie halt auch mal ein paar Regentropfen und Wind abbekommen, und die Blattläuse halten sich in einem Rahmen, der die Pflanze nicht schädigt, und ja, auch die Marienkäfer kamen wieder.

Mein Fazit: Man stelle die Pflanzen so hin, wie sie einem gefallen und wo sie ausreichend Licht und Sonne bekommen. Regen schadet nicht, allerdings ist ja auch klar, dass keine im Süden beheimatete Pflanze einen total verregneten Sommer mag - in so einem Falle könnte man die Pflanzen durchaus auch umplatzieren, und ihr einen etwas weniger verregneten Platz gönnen.

Peperoncini, Peperoni, Chili & Co. selber ansäen:

Man braucht:

  1. Peperoncini-, Chili-, Paprika- oder Peperoni-Samen, ganz nach Belieben
  2. Aussaat-Erde - sie hat den Vorteil, dass sie viel feiner ist als normale Pflanzenerde
  3. Kleine Töpfe, zur Not tuen es auch Joghurtbecher, denen man Ablusslöcher verpasst.
  4. Ein Gewächshäuschen, oder etwas, was man dazu umwandeln kann
  5. Beschriftungsschildchen
  6. und einen wasserfesten Stift, sofern man mehr als eine Sorte sät.

Es empfiehlt sich, zuerst Mal probehalber die Töpfe im Gewächshaus (oder in meinem Fall in einer Plastic-Box) zu platzieren, damit man weiss, wie viele darin effektiv Platz haben.

 

 

Dann wird die Erde in die Töpfchen verteilt. Frische Erde ist meistens feucht, Peperoncini & Peperoni säentrotzdem sollte sie gewässert werden, bevor gesät wird. Wenn die Erde trocken (also wirklich ausgetrocknete Erde, z.B. vom letzten Jahr) ist, sollte sie sehr gründlich gewässert werden und man sollte warten, bis die Erde schön feucht ist - das kann schon mal eine halbe Stunde dauern.

 

Peperoncini & Peperoni säenDann werden schon mal die Schildchen beschriftet...

 

 

 

 

... und die Samen vorbereitet. Ich nehme hier die Samen von einer mittelscharfen Peperoncini (d.h., wenn ich die Peperoncini & Peperoni selber säenZungenspitze an die Schnittstelle halte, schmecke ich eine intensive Schärfe, aber meine Zunge wird nicht taub) von einer Spitzpaprika, von einer Mini-Peperoni und von einer gelben Peperoncini, die nicht scharf ist. Ich persönlich verwende fast immer Samen von frischen Früchten - man kann aber auch getrocknete nehmen. In diesem Fall wird empfohlen, sie vor dem Säen ein paar Tage auf feuchter Watte o.ä. quellen zu lassen. Das ist aber nicht zwingend nötig - wenn ich getrocknete Samen verwende, säe ich diese genau so wie die frischen.

 

Peperoncini & Peperoni säenPro Topf drückt man rund 3 ca. 1 cm tiefe Löcher. In jedes Loch gibt man dann je einen Samen und deckt ihn sorgfältig zu. Ich hab jetzt hier ca. 10cm Töpfchen, das verträgt gut 3 Samen. Wer sich sicher sein will, welche Samen in welchen Töpfen sind, wird besser eine Sorte nach der anderen säen und die Töpfe dann umgehend beschriften - sonst geraten die Sämchen sehr leicht durcheinander.

 

Zum Schluss braucht's nochmals etwas Wasser - in den ersten Tagen, d.h. bis die Peperoncini & Peperoni säenersten Pflänzchen zu sehen sind, ist sehr vorsichtig zu giessen. Am besten geht das mit einer Sprühflasche, denn wenn das Wasser in grösseren Mengen auf's Mal in die Erde gegeben wird, werden die Samen schon mal recht tief in die Erde reingespült, entsprechend lange dauert es dann auch, bis der Keimling es aus der Erde schafft. Meine Sprühflasche hier fasst nur ca. einen halben Deziliter. Natürlich kann auch eine grössere Flasche genommen werden. Eine kleinere hat den Vorteil, dass sie gut in der Hand Platz hat und man so problemlos in der Box hantieren kann. Die Erde sollte immer feucht bleiben - d.h., in den kommenden Tagen und Wochen ist täglich ausgiebig zu sprühen. Wem das zu mühsam ist, kann natürlich auch mit einer ganz normalen Giesskanne giessen - aber bitte sorgfältig.

 

Dann kommt der Deckel auf die Box - falls sie keine Eingriffsöffnungen hat, sollte der Deckel täglich 2-3 Mal für einige Minuten entfernt werden, damit sich kein Schimmel bilden kann. Dasselbe gilt bei richtigen Gewächshäusern - diese haben zum Teil so kleine Schieber, die man etwas aufmachen sollte. Dank den Eingriffsöffnungen an meiner Box ist eine anständige Lüftung gewährleistet. Da heute so schönes und warmes Wetter ist, kann die Box noch etwas auf dem Balkon stehen bleiben. Danach kommt sie nach drinnen in die Wärme, an einen möglichst hellen Standort.

Es kann jetzt mehrere Wochen dauern, bis alle Keimlinge zu sehen sind. Je wärmer sie es haben, umso schneller geht es. Allerdings ist schneller nicht unbedingt besser, also bitte nicht künstlich noch zusätzliche Wärme zuführen, eine normale Zimmertemperatur von rund 21 bis 22 Grad ist durchaus ausreichend, und bei schönem Wetter darf die Box durchaus auch mal ohne Deckel an die Sonne. Später werden die Pflänzchen dann in grössere Töpfe mit rund 25cm Durchmesser gepflanzt. Ich bin mit spezieller Tomaten- und Kräutererde gut gefahren, und dünge NIE nach. Am besten gibt man ihnen von Anfang an eine Stütze in Form z.B. eines Bambusstabes. Die Erde sollte nie vollständig austrocknen, aber ersäufen muss man sie nun auch wieder nicht. Jetzt wünsch ich euch viel Spass mit euren Paprika, Peperoni, Chilis & Co. und berichte natürlich immer mal wieder, wie es meinen Pflänzchen geht. Und nicht vergessen: Die Sämlinge immer schön feucht halten und regelmässig lüften.

Wenn ihr Fragen oder Anregungen habt, oder vielleicht über eure eigene Erfahrungen etwas erzählen möchtet, nutzt doch die Kommentarfunktion - ich würd mich freuen!

Herzlichst, eure

Brigitte

Und hier geht's weiter zur Fortsetzung dieses Beitrags.

 

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