Projekt Webteppich aus Fasern des Deutschen Schwarzkopf – Teil 2

Wie ich im ersten Beitrag versprochen habe, gibt's heute mal einen kleinen Zwischenbericht:

Das Schussgarn ist schon mal fertig. Rund 350 Meter ungewaschen - ich schätze, nach dem Baden bleiben davon rund 310 Meter, was reichen sollte. Nach einiger Zeit hab ich übrigens festgestellt, dass sich diese Fasern ganz hervorragend im langen Auszug spinnen lassen! Ich dachte bisher, im langen Auszug liessen sich nur Vliesse oder Rolags und Batts verspinnen. Aber ich stehe ja noch so ziemlich am Anfang meiner «Spinner-Karrierre», und werde wohl noch so manche Überraschung erleben...

Vom Kettgarn habe ich bisher rund 150 Meter ungewaschen. Etwa 180 Meter davon brauch ich noch, damit dann nach dem Waschen in etwa 280 Meter bleiben – das ist die Menge, die ich für die Kette benötige. Ganz entgegen meiner ursprünglichen Befürchtung, dass sich die Fasern nicht gut sehr fein ausspinnen lassen, lassen sie sich sogar sehr gut fein ausspinnen. Auch hier im langen Auszug. Damit das Garn eine anständige Stabilität bekommt, hab ich recht viel Drall gegeben (auf ca. 50 cm rund 20-25 Steps bei einer Übersetzung von 7.5 – das sind also in etwa 150-180 Umdrehungen pro 50 cm, was pro 1 cm dann 3 bis 4 Umdrehungen wären). Den Faden hab ich 3-fach gezwirnt mit der Navajo-Methode – ganz praktische Sache übrigens, dieses Navajo-Zwirnen – vor allem, wenn man nicht mit überflüssigen Spulen ausgerüstet ist.

Etwas, was ich persönlich als etwas unangenehm empfinde, ist, dass beim Spinnen doch reichlich Fremdmaterial (Gräser, Ästchen, Mücken...!) und kurze Faserteile aus dem Kammzug fallen. Innerhalb weniger Minuten sind Boden, Kleidung und auch Sofa überdeckt mit einer feinen Schicht (na ja, also natürlich nicht das ganze Sofa 😉). Daher hab ich das Spinnen dieses Projektes zum reinen Balkon-Projekt erklärt und hoffe, dass dann durch das Waschen keine kurzen Fasern mehr rausfallen. Ich hab mir überlegt, ob ich das Garn beim Waschen leicht anfilzen lassen soll - mal sehen...

Mein bisheriges Fazit: Die Fasern lassen sich sehr angenehm verspinnen, sind nicht so rau wie zuerst eingeschätzt (ich würde auf ca. 27 MIC tippen), eignen sich sowohl für dünne als auch für dickere Garne und von Vorteil zum Spinnen im Aussenbereich. 😊

Und nun mach ich mich ans Spinnen des verbleibenden Kettgarns, und da ich diese Woche Ferien habe und so richtig motiviert bin zu Spinnen, und das Wetter auch super-schön ist (Spinnen auf dem Balkon 😊) denke ich mal, ich sollte das noch diese Woche schaffen. Vielleicht schaff ich’s sogar noch, die Garne zu Färben…

Herzlichst, eure

Brigitte

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